Handweb-Kunst
Die Textilien der Miao-Frauen
Die ausserordentlichen Textilien der Miao-Bäuerinnen faszinieren die Handweberin
Karola Kauffmann seit Beginn der 1990er-Jahre.
Nach ihrer ersten Reise ins damalige Sperrgebiet der chinesischen Provinz Guizhou
unternahm sie zahlreiche weitere Reisen, um diese einmalige Textilkultur der Frauen
zu dokumentieren und Museums-Verantwortliche in der Schweiz und in Deutschland für
die Miao-Textilien zu begeistern.
Es war höchste Zeit, da der rasende Fortschritt in China diese aufwändigen Indigo-Textilien
und Stickereien von höchstem Niveau rasch zum Verschwinden bringt. Die Miao-Freundinnen
sehen sich kaum mehr in der Lage, ihre Webkunst und ihr umfangreiches Wissen über
die Bearbeitung der Stoffe ihren Töchtern beizubringen. Diese haben heute anderes im Sinn.
Erst seit ein paar Jahren beginnt sich das offizielle China für die bedrohten Textilkünste
der Miao-Frauen zu interessieren. Auch in der Schweiz und Deutschland erwachte das
Interesse für die Miao-Stoffe. Das Basler Museum der Kulturen präsentierte 2017 mit
grossem Erfolg Dutzende Faltröcke aus der Sammlung Kauffmanns.
Und Mitte Dezember 2021 zeigte das Völkerkundemuseum Zürich in seiner
Ausstellung «Viel Falt» das textile Wissen und Können der Miao-Frauen. Dies
anhand der Exponate der Miao-Textil-Sammlung der Handweberin.
Auch dieseAusstellung erfuhr einen grossen Zuspruch. Die mit Fotos des
Journalisten Ruedi Suter bebilderte Ausstellung dauerte bis 15. Januar 2023.
Das Interesse an der verschwindenden Handwerkskunst der Miao-Bäuerinnen
ist nach wie vor ungebrochen.
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